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Werner Schleicher auf der Bühne

Die Festlichkeiten zum 750-jährigen Jubiläum Diethardts begannen am Freitag, den 18. Juni mit einem ökumenischen Gottesdienst. Für den anschließenden Festkommers hatte Gunther Besier freundlicherweise den Hof des Alten Pfarrhofs zur Verfügung gestellt. Das Bühnenprogramm wurde eingeleitet von Werner Schleicher, der mit Gitarre und Stimme das "Diethardt-Lied" von Walter Lenz vortrug.
Zahlreiche Honoratioren waren angereist. Nach dem Grußwort von Gemeindebürgermeister Dieter Schlemann sprachen Landesminister Karl-Peter Bruch, Verbandsgemeindebürgermeister Raimund Friesenhahn, Landrat Günter Kern sowie Bürgermeister der umliegenden Gemeinden.

Dieter Schlemann auf der Bühne Dazwischen gab es musikalische Darbietungen, zum einen vom eigens für die Feierlichkeiten gegründeten Projektchor, zum anderen von der Diethardter Nachwuchspianistin Noa Kast. Einen Überblick über die Geschichte des Kirchspiels gab Dr. Willi Paetzer, der ehemalige Diethardter Alfred Bauer trug selbstgeschriebene Gedichte in Mundart vor. Vom Künstler Edgar Defayay aus Marienfels bekam Schlemann ein Bild mit der Diethardter Landschaft für die Gemeinde überreicht.
Forsch durch das Programm führte Ute Grassmann, Leiterin der Spielleute Ranunculus, die auch mit Dudelsack, Leier und sonstigem mittelalterlichen Instrumentarium den offiziellen Teil beendeten. Gleichzeitig wurde das Getränkespektrum an Wein- und Bierstand um Cocktails in der Bushaltestelle erweitert, wo neben Eigenkreationen und Alkoholfreiem auch Klassiker wie Mühlbachwasser (Pina Colada) und Waldschreck (Caipirinha) geschüttelt oder gerührt wurden.

Gewänder am Sonntag

Bis in die Nacht beschallte Werner Schleicher den Hof noch mit Popmusik, und mancher, der hier noch tanzte, mag froh gewesen sein, dass der zweite Teil des Festes erst am Sonntag stattfand.

So war am Samstag etwas Zeit zum Regenieren, Durchatmen und Vorbereiten des historischen Marktes. Einige Diethardter haben nach dem Anblick der Gewandeten auf dem Freitagabend ebenfalls das Bedürfnis verspürt, am Sonntag mit einem Gewand zu erscheinen. Hier hat freundlicher Weise Sarainas Kostümverleih aus Niedertiefenbach aushelfen können.

Besucher auf der Hauptstraße Am Sonntagmorgen war es dann soweit: Entlang der Hauptstraße wurden die letzten Stände zusammengewerkelt. Um 11.00 Uhr begann der Markt, eröffnet wiederum von den Spielleuten von Ranunculus. Viele lachende Gesichter waren da zu sehen, denn der Blick in den Himmel verhieß nichts all zu Schlimmes. Mit Sorge hatten viele der Organisatoren und Helfer die Wettervorhersage verfolgt - und konnten schließlich doch die Früchte für 1 1/2 Jahre intensiver Vorbereitungen ernten. Immer wieder brach sogar die Sonne durch die Wolken - und statt des befürchteten Regens die Flut der Besucher über das Dorf herein.

Luftaufnahme auf Hof Schlemann

Wie viele genau am Sonntag an den insgesamt 65 Ständen und Aktionen entlang schlenderten, lässt sich zwar nicht nachvollziehen. Mit 1 000 Gästen hatte der Festausschuss im Vorfeld gerechnet. Die müssen bis 16.00 Uhr auf jeden Fall da gewesen sein und hatten nicht nur im Hof Schlemann den letzten Flammkuchen vom Holz gefuttert, sondern auch in den Kuchentheken im Cafe Morschbach und im Cafe Kastanie für gähnende Leere gesorgt. Ebenso sah es beim Stand "Rund um die Kartoffel" und den Crepes aus. Der Stimmung tat das freilich keinen Abbruch. Wer Hunger hatte, konnte diesen noch an den beiden Grillständen oder im "Hof Unikate" mit "Handkäs mit Musik" stillen. Im Nachhinein schätzt die Gemeinde, dass 3 000 Besucher da waren.

Ranunculus Alle zwei Stunden zogen Ranunculus durch den Ort. Um 15.00 und 17.00 Uhr gab es Vorführungen des Falkners Berthold Geis. Dazwischen konnten sich historisch Interessierte im Dorfgemeinschaftshaus an Karten und Bildern über die Details der Dorfgeschichte informieren. Auch die umfangreiche Diethardter Postkartensammlung von Horst Carl hatte hier Platz gefunden. Wer eine Vorliebe für alte Vehikel hat, den zog es je nach Geschmack zu der Ausstellung alter Kutschen oder den Citroen 2 CVs des "Enten-Clubs" bei Achim Bleichrodt. Auch Traktoren und ein Feuerwehroldtimer waren zu besichtigen. Das Bushäuschen hatte sich in die Werkstatt eines Drechslers verwandelt, weitere traditionelle Handwerksberufe wurden im alten Pfarrhaus demonstriert. Wer selbst einmal zum Werkzeug greifen wollte, konnte dies zum Beispiel beim Handwerker Andreas Fuchs oder beim Kupferschmieden mit Kerstin Reek-Berghäuser tun.

Besucher am zweiten Grillstand

Auch für die kleinen Besucher gab es ein abwechslungsreiches Programm. "Spiele von früher und heute" hieß es bei Nada Sohlbach, organisiert vom örtlichen Naturkindergarten. Wer Bedarf an geschmackvoller Gartendekoration, Dinkelkissen, Marmelade oder Schmuck hatte, wurde an den Verkaufsständen fündig.
Die Währung an den Essens- und Getränkestationen war an beiden Festtagen der Diethardter Taler, eine eckige Papiermünze mit dem Wappen der Gemeinde. Zum Kurs 1:1 tauschten die Besucher ihre Euros an speziellen Verkaufsständen um. 12.000 dieser Taler waren im Umlauf, ein Teil davon musste am Nachmittag erneut in den Geldverkehr eingeschleust werden, um die Nachfrage zu befriedigen.


Bildergalerie: 750 Jahre Diethardt - Freitag - Eröffnung (U. B.)
Bildergalerie: 750 Jahre Diethardt - Freitag - Ranunculus (U. B.)
Bildergalerie: 750 Jahre Diethardt - Sonntag - Markt (M. C.-P.)
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Bildergalerie: 750 Jahre Diethardt - Sonntag - Hof Unikate (U. B.)
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